Notation / Notizentechnik (für Anfänger)

 

 

An die Zaungäste:

 

Sie werden als "Zaungäste" geführt, weil Sie in der ersten Stunde nicht anwesend waren und/oder sich nicht innerhalb angemessener Frist zu meinem Kurs per E-Mail angemeldet haben.

 

Sie können aber, falls erforderlich, genau wie die regulären Teilnehmer den Nachweis der praktischen Prüfung erwerben.

 

Sie sind allerdings in noch höherem Maße als die regulären Teilnehmer für Ihren Lernerfolg verantwortlich. D.h., Sie müssen sich jede Stunde auf die Teilnehmerliste der Zaungäste selbst eintragen. Aus Kapazitätsgründen werden Sie nachrangig behandelt, wenn es darum geht, eine mündliche Leistung am Pult zu erbringen. Es gelten für Sie dieselben Regeln bezüglich Abwesenheit im Kurs wie für alle anderen. Selbstverständlich müssen Sie, genau wie alle anderen Teilnehmer, sich selbst auf dem aktuellen Stand halten, was gerade im Unterricht läuft.

 

Ich habe großes Verständnis, wenn Sie über diese Regelung enttäuscht sind und kann Ihnen bestenfalls raten, Ihren Unmut über die Kursgröße und die sich daraus ergebenden Konsequenzen an entsprechender Stelle zu äußern (z.B. Fachschaft, Institutsleitung).

 

 

Willkommen, liebe Studierende!

 

Notizentechnik – im Vorlesungsverzeichnis auch Notation genannt – ist eine der Grundtechniken für das Dolmetschen. Konsekutivdolmetscher bedienen sich der Notizentechnik, um den Inhalt einer Rede stichwortartig festzuhalten und damit eine Gedächtnisstütze für die eigentliche Verdolmetschung zu haben. Diese Gedächtnisstütze ist ganz individuell, d.h. die Notizentechnik unterscheidet sich von Dolmetscherin zu Dolmetscherin.

 

Wenn Sie das Rüstzeug für eine solide Konsekutivverdolmetschung lernen wollen, sind Sie in diesem Kurs goldrichtig. Wenn Sie allerdings keine Zeit zur Vertiefung des Gelernten einplanen, sollten Sie diese Veranstaltung gleich wieder aus Ihrem Stundenplan streichen. Wenn Sie keinen Abschluss als Dolmetscherin oder Dolmetscher planen (z.B. weil Ihnen klar ist, dass Ihre Sprachkenntnisse ohnehin nicht dafür ausreichen), werden Sie in diesem Kurs wahrscheinlich nicht froh werden. Sie lernen hier keine Stenographie und auch nicht, wie man Protokolle schreibt!!

 

Der Kurs ist auf eine ganz andere Art anspruchsvoll als die anderen Veranstaltungen, die Sie bisher belegt haben. Hier müssen Sie viel von sich persönlich einbringen und auf dieser Ebene auch Kritik einstecken können, die Ihnen sehr nahe gehen kann. Es wird aktive, selbständige Mitarbeit erwartet.

 

In den ersten Stunden werden wir noch nicht soviel notieren, sondern hauptsächlich mit dem Gedächtnis arbeiten. Das "Zauberwort" hierbei heißt Textanalyse. Wir werden erarbeiten, welche Dinge sinnvollerweise aufgeschrieben werden sollten und wie das geschehen sollte. Dann heißt es:

üben, üben, üben!

 

Im Laufe der Zeit werden wir gemeinsam und jede/r für sich einen Symbolvorrat erarbeiten, damit die Notation möglichst effizient auf das Papier gebracht wird.

 

Der Präsentation des Vortrags soll ebenfalls viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es werden Redebeiträge vorgelesen, welche die Kursmitglieder unter Zuhilfenahme ihrer Notizen oder lediglich aus der Erinnerung heraus wiedergeben. Studierende sind aufgefordert, selbst kleinere Vorträge zu halten, die genau wie die verlesenen Reden von den anderen Kursteilnehmern wiedergegeben werden. Feedback und konstruktive Kritik werden von allen gemeinsam geäußert.

 

In diesem Kurs können Sie austesten, ob Sie in der Lage sind, vor einer Gruppe einen Vortrag – mit Hilfe von Notizen - zu halten, ohne zu stottern oder den Faden zu verlieren. Sie werden lernen, wie Sie Ihre Zuhörer für sich einnehmen und glaubwürdig wirken. Sie dürfen und sollen Lampenfieber mitbringen, aber auch die Bereitschaft zum offenen Kommunizieren.

 

 

Hier geht es zu den verwendeten Texten.